Ein halbes Jahrhundert ist es nun her, dass der Aufstand der Besucher in der Schwulenkneipe Stonewall Inn in der New Yorker Christopher Street als Anstoß für das Aufbegehren und den Widerstand der „Gayszene“ gegen die ständig willkürlichen Razzien der Staatsgewalt seinen Anfang nahm. Zu dieser Zeit war Homosexualität in den USA verboten. Homosexuelle, Transvestiten sowie Transsexuelle waren der Angst und dem permanenten Druck ausgesetzt, diskriminiert und verfolgt zu werden.

Es wurde im Vorfeld spekuliert, dass sich bis zu 15.000 Teilnehmer an dem politischen Marsch in Freiburg zum Gedenken und gegen Diskriminierung an diesem Tag beteiligen würden.

Der Treffpunkt für den Marsch durch die Innenstadt war der Platz der Alten Synagoge im Stadtzentrum. Nach einer längeren Schönwetterperiode kamen dann pünktlich kurz vor Beginn die ersten Tröpfchen vom Himmel. Zum Glück hatte der Wettergott ein Einsehen, so konnte die Parade nach einigen Minuten ohne weinenden Himmel fortschreiten.

Ob Gaydorado, Sühnezeichen, Bunter Block…

… der Kreativität an Namen und Kostümen waren keine Grenzen gesetzt.

Statement: Etablierte Spaßparteien werden es nicht mögen, letzten Endes zeigt sich manche Volksvertreterin wahrhaftig ehrlich.

Die Fußreise durch Freiburgs City begann in der Bertholdstraße. Von Beginn zogen die Protagonisten gutgelaunt, zu Elektrobeats tanzend, lautstark an zahlreichen Schaulustigen vorbei in Richtung Salzstraße.

Move to the Groove: Elastische Klamotten sind die halbe Miete.

Partypower braucht nur wenige Textilien.

Ich fühlte mich bei der Begleitung der Parade wie in eine andere Welt gebeamt. Die Neugierde, Begeisterung und der Zuspruch der Beobachter einerseits, sowie die Offenheit der Mitwirkenden, sich vor der Kamera zu präsentieren andererseits, ließen das Herz des Fotografen höherschlagen.

Antlitze der Regenbogenparade

Regenbogenrübe

Speichelkonferenz inmitten des Pulks.

Zweibeiner chauffiert Frauchen

Der Tross zog nach einem kurzen Schlenker über die Wallstraße und den Holzmarkt noch einmal ins Epizentrum der Kauflust und durchquerte die komplette „Kajo“ mit all ihren neugierigen und schaulustigen Zuschauern. So viel (scheinbare) Begeisterung auf einmal hält man in manchen Augenblicken schon fast nicht mehr aus…

Supporterinnen: Budenzauber aus den „oberen Etagen“.

Penisneid?! Ob der alte Siggi F. doch recht hatte?;-)

Natürlich nimmt man so ein Event gerne mit. Nichtsdestotrotz hat eine Veranstaltung dieser Art mit der Entwicklung in den Köpfen vieler Menschen weniger zu tun. Jeder der sich aufmerksam und mit Feingefühl durch den Alltag bewegt, kann feststellen, dass mitunter ein vorschnelles Kategorisieren wie normal/nicht normal, dick/dünn, gescheit/dumm, Mann oder Frau, schnell greift.

Manche Köpfe negieren LGBT (eine aus dem englisch stammenden Sprachraum kommende Abkürzung für Lesbian, Gay, Bisexual and Transgende) bis heute mit einer Vehemenz ohne müde zu werden. Wie der allseits bekannte „Fußballintellektuelle“ M. Basler, der den Satz „Ich kenne keinen schwulen Fußballer und es gibt auch keinen“ prägte.

Vorbei am Europaplatz über die Friedrichstraße zog die Parade nun wieder in Richtung Platz der Alten Synagoge. Dort war es wieder möglich, mit etwas Luft und Beinfreiheit, das Geschehen einzufangen. Bevor der Pulk dann durch das Sedanquartier in Richtung Stühlinger Kirchplatz abwanderte, schloss auch ich mein Unterfangen mit diesen finalen Aufnahmen ab. Erschöpft und mit voller Speicherkarte zog ich mich hier aus dem Geschehen raus.

Die Enkel von Tian´anmen heute im Regenbogenprotest

Die letzten Meter meiner Impressionen.

Regentin mit schwarzer Tarnung

Kurz bevor das Sitzbrett keinen Druck mehr aushalten wollte.

Kurz vor den Kampfhandlungen noch ein Schuss-Danke!

Leb Dein Leben– so wird aus „Abnorm die Norm“!

 

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